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Dienststelle für Personen mit Behinderung
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Renate Delhey, Vorsitzende des Verwaltungsrates, anlässlich des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen der DPB am 23.6.2010 im Ministerium der DG in Eupen ![]() Sehr geehrter Herr Ratspräsident, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Herren Minister, sehr geehrte Gäste, meine Damen und Herren, als Vorsitzende des Verwaltungsrates der Dienststelle für Personen mit Behinderung ist es mir eine große Freude und natürlich auch eine große Ehre, Sie, sehr geehrte Gäste, in diesem symbolträchtigen Europasaal begrüßen zu dürfen. Meine Damen und Herren, wir feiern heute einen runden Geburtstag: Vor 20 Jahren hat die Dienststelle für Personen mit Behinderung ihre offizielle Tätigkeit in der DG aufgenommen. Ein Sprichwort sagt: „Gebt mir einen Platz, wo ich stehen kann, und ich werde die Erde bewegen.“ Heute verfügt die Dienststelle über einen geräumigen, modernen, hellen und vor allem zugänglichen Platz im Dienstleistungszentrum St. Vith, aber ich kann Ihnen versichern, meine Damen und Herren, sie hat auch vorher schon in der Aachener Straße „die Erde bewegt“ zugunsten der Menschen mit Behinderung, und heute ist sie an ihrem neuen Platz zu einem äußerst dynamischen Unternehmen gewachsen. Der Deutschsprachigen Gemeinschaft sei herzlich gedankt für die Aufwertung der Dienststelle im Dienstleistungszentrum St. Vith, für die modernen, hellen und zugänglichen Räume, für die verbesserten Arbeitsbedingungen, für die ununterbrochene 20-jährige Unterstützung. Dies zeigt einmal mehr, und ich möchte dies betonen, dass Sozialpolitik in der DG keine leere Worthülse ist. Herzlichen Dank an die verantwortlichen Politiker des Parlaments und der Regierung der DG und an alle ihre Mitarbeiter, die sich für die Dienststelle eingesetzt haben. Die Dienststelle hat sich zu einem dynamischen Unternehmen entwickelt, aber sie hat auch das große Glück, mit einem dynamischen Team arbeiten zu können und, ich spreche hier aus Erfahrung, mit einem äußerst dynamischen und kompetenten Verwaltungsrat. Ich möchte Ihnen, liebe Mitarbeiter der Dienststelle, im Namen des Verwaltungsrates, hier ganz besonders gratulieren und mich für ihren unermüdlichen Einsatz, für ihre Bereitschaft, für ihre Kompetenz, für ihre Freundlichkeit und für ihre Liebenswürdigkeit bedanken und ihnen ganz herzlich zum 20. Geburtstag gratulieren. Sie sind es, die sich um ihren Direktor Helmut Heinen für die Menschen mit Behinderung jeden Tag aufs Neue stark einsetzen. Und gestatten sie mir, Helmut Heinen ganz besonders zu gratulieren und ihm zu danken. Sein Leitmotiv lautet: „So normal wie möglich und nur dann besonders, wenn nötig.“ Behinderung
betrifft nämlich alle Bereiche des Zusammenlebens, das hat er immer
wieder hervorgehoben, und er kämpft eigentlich gegen jede Form von
Diskriminierung im Allgemeinen. Ich möchte ihm, im Namen des
Verwaltungsrates und im Namen seiner Mitarbeiter, ganz herzlich für
seinen Einsatz danken und ihm zum Geburtstag ein weiteres Leitmotiv
schenken. Es lautet: „Anerkennung der Besonderheit ist Kampf gegen die
Einsamkeit“. Lieber Helmut, auch du bist etwas Besonderes, und wie du
siehst, lebst du keineswegs in Einsamkeit, und du bist nicht nur in der
DG ein gefragter Experte der Behindertenpolitik.Bedanken möchte ich mich, auch im Namen des Verwaltungsrates und der Dienststelle, bei: • den beiden vorigen Präsidenten des Verwaltungsrates, den Herren Kurt Ortmann und Werner Greimers. Ihre Einschätzungen und Erfahrungen, ihre Konzeption der Behindertenpolitik haben die oft schwierigen Entscheidungen des Verwaltungsrates geprägt. • Danke auch allen ehemaligen Mitgliedern des Verwaltungsrates. • Herzlichen Dank auch den Regierungskommissaren und den Vertretern des Ministeriums für ihre Bereitschaft, dem Verwaltungsrat mit ihrem Wissen und ihrer Kompetenz stets beizustehen. • Auf gleiche Weise möchte ich den Vertretern des Rechnungshofes und der Finanzinspektion danken. • Danke den zahlreichen Ehrenamtlichen in den GoE's und Vereinigungen und deren Verwaltungsräten. • Danke allen Stiftungen und Spendenaktionen und allen privaten Spendern. • Danke den Familien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die sich bereit erklärt haben, Menschen mit Behinderung aufzunehmen und sie ein Stück ihres Lebens zu begleiten. • Danke den zahlreichen Unternehmen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die bereit sind, Menschen mit Behinderung in ihren Betrieben zu beschäftigen und sie dementsprechend auszubilden. Es zeugt von ihrer Solidarität und von ihrer Weitsicht. Wir wünschen uns, dass diese Beispiele Schule machen, damit noch mehr Menschen mit Behinderung einen angemessenen Arbeitsplatz finden. • Danke auch den Mitarbeitern in allen Einrichtungen und Diensten für ihre wertvolle Arbeit. • Danke allen Schulen und Ausbildungsstätten, die sich sicher demnächst noch verstärkt bemühen werden, behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam und so früh wie möglich zu begleiten. Der Lernprozess ist ein Lebensprozess und damit seine Lernmöglichkeiten genutzt werden, braucht jedes Kind von seinem ersten Lebenstag an eine optimale Stimulierung seiner Umwelt. Schaffen wir deshalb von frühester Kindheit an, den gemeinsamen Sozialraum, in dem alle Kinder lernen können. Die Politik für Menschen mit Behinderung hat in den vergangenen 20 Jahren wie kein anderer sozial-politischer Bereich an Bedeutung gewonnen. Der Aufgabenbereich ist weit gefächert und es nicht immer einfach, dieses inzwischen heterogene Gebiet abzustecken. Das beginnt schon mit der Eingrenzung dessen, was denn überhaupt Behinderung beinhaltet. Und inwieweit jeder von uns in Zukunft von Behinderungen „bedroht“ ist. Ein
sehr schwer zu begrenzendes Gebiet, meine Damen und Herren. Wir alle
sind eigen-artig und etwas Besonderes, wir alle haben unsere eigene Art
zu sein und wir alle brauchen wiederum eigen-artige Menschen, die unsere
Art zu sein akzeptieren oder sogar mögen. Demnach kann jede Investition
in die Belange der Menschen mit Behinderung eine Investition in die
eigenen Zukunft sein, denn jeder von uns kann morgen selbst betroffen
sein, und im Laufe unseres Lebens brauchen wir alle irgendwann Hilfe,
aber – vergessen wir es nicht - wir alle dürfen auch immer wieder
helfen. Was ist hierbei „normal“, was ist „anormal“?Es ist sehr schwer, die richtigen Grenzen zu setzen und die zunehmende Diversifikation der Modelle und Paradigmen sind nicht unbedingt leicht zu handhaben. Eine eindeutige Abgrenzung von behinderten und nicht behinderten Personen ist oft problematisch. Es ist daher von zentraler Bedeutung, für den Begriff der Behinderung ein adäquates Klassifizierungssystem aufzustellen, eine einheitliche, weltweite Sprache für die differenzierte Identifikation von Situationen und Lebensbereichen, als Hilfsmittel für die Behindertenpolitik. Eine deutliche Entwicklung geht zu noch mehr Inklusion behinderter Menschen hin. Mit der UN-Konvention für Personen mit Behinderung ist ein wertvoller Rahmen gesteckt worden. Herr Minister Mollers wird ihnen diese Konvention vorstellen. Für uns ist sie ein wegweisendes und notwendiges Dokument über die Rechte von Personen mit Behinderung. Sie ist eine Menschenrechtskonvention und nicht eine Forderung, um die uns Menschen mit Behinderung bitten müssten und die ihnen vielleicht zugestanden würde oder auch nicht. Wir müssen damit aufhören, die Menschen mit Behinderung immer nur von ihrer defizitären Seite zu betrachten, wir müssen auf ihre Chancen setzen, denn die Chancen, die Erfolge sind es, die das Leben wertvoll machen. Behindertenpolitik ist zu einer wichtigen gesellschaftlichen Querschnittsaufgabe gewachsen, die alle Politikfelder umfasst. Es muss eine Politik der Nichtausgrenzung sein, der gegenseitigen Achtung und Solidarität untereinander und der Offenheit für andere Lebenssituationen. Inklusion ist die Chance, die Gesellschaft so bunt darzustellen, wie sie in Wirklichkeit auch ist. Um dies zu erreichen, genügt rein formelle Gleichstellung nicht. Es ist durchaus normal, alle behinderungsbedingten Nachteile auszugleichen und dies darf keine besondere Gunst sein. Daher sollen auch Personen mit einer Behinderung nicht bei jeder Gelegenheit als „besonders“ hervorgehoben werden, wenn es doch ganz normal ist, dass sie nach Möglichkeit dazu gehören. Behindertenpolitik ist Bürgerrechtspolitik und wir alle stehen in der Pflicht, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein eigenverantwortliches Leben von Menschen mit Behinderung zu schaffen. Es gibt bereits zahlreiche „gute Beispiele“ einer inklusiven Behindertenpolitik in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, und die Dienststelle hat begonnen, sie zu sammeln und aufzulisten, damit sie Schule machen. Der 3. Dezember 2010 ist der Welttag der Menschen mit Behinderung. Und in diesem Jahr werden am 3. Dezember im Großen Saal des Triangels die besten Beispiele vorgestellt und prämiert. Ich darf sie jetzt schon zu diesem Event einladen und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
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